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Rabenschwarzer Tag in Oberschwaben: Wilddogs verlieren in Ravensburg, retten aber den direkten Vergleich
Ravensburg / Pforzheim. Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel, doch mit diesem Verlauf hatte auf Seiten der Goldstädter niemand gerechnet. Am achten Spieltag der effect®-ENERGY GFL mussten die Pforzheim Wilddogs eine deutliche 28:10-Niederlage bei den ifm Ravensburg Razorbacks hinnehmen. Damit spiegelte sich das Ergebnis aus dem Hinspiel – das die Wilddogs zu Hause noch mit exakt demselben Punktestand von 28:10 für sich entscheiden konnten – in ganzer Härte wider. Während in Pforzheim damals kollektiver Jubel herrschte, regierte in Ravensburg dieses Mal die pure Ernüchterung. Von der ersten Minute an lief bei den Gästen fast nichts zusammen.
Ein Start voller Sand im Getriebe Dabei fing das Spiel defensiv gar nicht schlecht an. Zwar starteten die Razorbacks nach einem starken Return an der 50-Yard-Line und spielten sich bis an die rote Zone der Wilddogs vor, doch die Pforzheimer Verteidigung hielt stand. Nick Olivier verteidigte beim vierten Versuch einen Pass an der 2-Yard-Line spektakulär – Turnover on Downs. Doch die eigene Offense, die das Spiel tief in der eigenen Hälfte aufnehmen musste, fand überhaupt keinen Rhythmus. Eigene Strafen machten vielversprechende Ansätze zunichte. Ravensburg nutzte die Pforzheimer Inkonsequenz im nächsten Drive eiskalt aus und ging durch ein Big Play auf Aniel Busse mit 7:0 in Führung.
Strafenflut erstickt jeden Aufholversuch Im zweiten Viertel bot sich den mitgereisten Fans ein zähes Bild. Die Offense der Wilddogs leistete sich zu viele Fehler. Besonders die ständigen Raumverluste durch Holding-Strafen trieben die Frustration in die Höhe – gefühlt sammelten die Wilddogs zu diesem Zeitpunkt mehr Strafyards als Raumgewinn durch eigene Spielzüge. Dennoch keimte kurz Hoffnung auf: Ein präziser, kurzer Pass auf Raymond Fragose brachte den Touchdown, und Kicker Luca Hirschberger glich zum 7:7 aus. Die Freude währte jedoch nur kurz, denn Ravensburg antwortete prompt mit dem 14:7. Kurz vor der Pause fing Nick Olivier zwar noch eine Interception ab, doch der emotionale Wendepunkt blieb aus.
Das Drama der zweiten Halbzeit Nach dem Seitenwechsel war der Wurm endgültig drin. Die Wilddogs durften die zweite Hälfte mit Ballbesitz eröffnen, mussten aber schnell per Punt abgeben. Ravensburg hingegen rollte unaufhaltsam und baute die Führung durch ein Field Goal auf 17:7 aus. Im vierten Viertel kam zu allem Überfluss auch noch Pech dazu: Ein Fumble brachte die Gastgeber erneut in Ballbesitz, was AJ Harris mit einem weiteren Touchdown und einer erfolgreichen Two-Point-Conversion zum 28:7 bestrafte. Damit drohte den Wilddogs nicht nur eine krachende Niederlage, sondern auch der Verlust des wichtigen direkten Vergleichs, der am Ende der Saison über die Playoff-Platzierung entscheiden kann.
Rettung in den letzten Sekunden Bei nur noch 40 Sekunden auf der Uhr und 18 Yards zu gehen, mobilisierten die Wilddogs die allerletzten Kräfte. Ein erster Field-Goal-Versuch mit auslaufender Uhr ging links vorbei, doch ein Offside der Ravensburger Defense bescherte Pforzheim ein letztes Lebenszeichen. Dieses Mal saß der Kick. Mit dem Schlusspfiff verkürzten die Wilddogs auf 28:10 und glichen damit den direkten Vergleich zum exakt identischen Hinspiel punktgenau aus.
Headcoach Michael Lang fand nach dem Spiel deutliche Worte: „Ein Tag zum Vergessen. Wir kamen nie in Schwung und dann haben wir uns komplett den Schneid abkaufen lassen. Und wenn es dann schon nicht läuft, dann kommt noch Pech dazu. Die Flaggen haben es uns nicht leichter gemacht. Einziger Lichtblick war das verwandelte Field Goal am Ende, um den direkten Vergleich auszugleichen.“
Trotz des Dämpfers bleiben die Wilddogs auf dem zweiten Tabellenplatz der GFL, da der ungeschlagene Spitzenreiter Schwäbisch Hall Unicorns parallel seiner Favoritenrolle in Regensburg gerecht wurde. In zwei Wochen am 18.07 kommt es nun zum direkten Kracher gegen Hall zu Hause in der KRAMSKI-Arena, nach dieser Vorstellung ein extrem hartes Stück Arbeit, um das große Ziel der Heim-Playoffs im Auge zu behalten.

Foto: Dean Siebert