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Wilddogs sind Meister der Oberliga

Mit starken Nerven und mit viel Feierequipment machten sich die Pforzheim Wilddogs am vergangenen Samstag auf den Weg zu den Backnang Wolverines. Bei noch zwei ausstehenden Spielen benötigte man lediglich noch ein Unentschieden, um die Meisterschaft bissfest zu machen. Doch man reiste ausgerechnet zum Tabellenzweiten.

Das Spiel begann mit ständigen Ballwechseln. Die Verteidigungsreihen auf beiden Seiten dominierten in allen Belangen das erste Spielviertel, in dem keine Punkte erzielt wurden. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, vorsichtig, wie es von einer Begegnung des Tabellenersten gegen den zweiten in der Regel zu erwarten ist. Durch die Vorarbeit seiner Defense-Line waren dem Wilddogs-Verteidiger Ivan Zowak immer wieder schnelle Tackles mit Raumverlust der Backnanger gegönnt. So gelang ihm auch sehr früh bereits eine Interception, indem er einen sehr tief geworfenen Ball dem Gegner von der Grasnarbe wegpflückte. Erst mit Beginn des zweiten Viertels platzte bei den Pforzheimer Angreifern der Knoten. Ein Pass auf Fua Nippah mit großem Raumgewinn bis kurz vor die Endzone brachte eine aussichtsreiche Situation. Wenn es so knapp ist kann man natürlich auf die Power der Gebrüder Boob zurückgreifen. Diesmal war der jüngere, Dominic, an der Reihe und seine Vorblocker auf der Offense-Line Manuel Wipper, Mike Wirth und Thomas Zink machten den Weg frei, Touchdown. Im Anschluß holte die Defense gewohnt schnell den Ball zurück und die Hundemeute hetzte weiter, angetrieben durch die kraftvollen Läufe von Sönke Boob. Vollenden durfte wieder sein jüngerer Bruder Dominic mit seinem zweiten Touchdown. Diesmal gings über die Seite der aus dem Weg räumenden Thomas Zink, René König und Holger Lechler, sehr zur Freude der vielen Mitgereisten Wilddogs-Anhänger. Aber was macht denn im Anschluß die Defense, ob sie erneut die Wolverines-Angriffe vereiteln kann? Ja, sie kann. Iwan Zowak und Andreas Klenk mit ihren Quaterback-Sacks und Panchito Raney mit Ralph Schmidt durch überschnelle Tackles sowie Tommy Hoock mit einer erneuten Interception brachten das Leder-Ei zurück in Pforzheimer Hände. Der Weg Richtung Endzone war zwar noch weit, doch der bis dato erschreckend gut gedeckte Landry „L“ Ngambia löste sich aus den Wolverine-Klauen, folgte erst zaghaft seinem richtungsweisendem Guard Kai Höpfinger und tanzte zu allgemeinem Erstaunen in eine Lücke auf der gegenüberliegenden Seite, die groß genug für die 21:0 Halbzeitführung war. Nach ABBA hat auch Pforzheim nun ihre „Dancing Queen“. Die Halbzeitansage war deutlich kurz: „Mit dem Kopf dabei bleiben!“.  Im American Football sind 21 Punkte ruckzuck eingeholt. Der Verteidigungsdamm der Pforzheimer, diesmal angeführt von René Stoppe, hielt auch noch durch das komplette dritte Viertel und brachte im vierten Abschnitt erneut eine Aussichtsreiche Position. Zuvor konnte man noch einen schönen Trickspielzug der Backnanger mit Müh und Not abwehren. Aber auch die Wilddogs haben eine Trickkiste. Ein angetäuschter Spielzug über Dominic Boob zog die Verteidiger der Hausherren nach vorn. Dieser warf nun aber auf den sich freigelaufenen Quarterback Tobias Scheurer zurück, der sich nach seinem Hechtsprung mit Rolle vorwärts in der Endzone zum 27:0 hechelnd aufrackerte. Das war die Vorentscheidung. Der nachfolgende backnanger Touchdown-Pass zum 27:8 war nur noch Ergebniskosmetik. In diesem Spiel hat sich eine alte Football-Regel befürwortet: „Der Angriff gewinnt Spiele, die Verteidigung Meisterschaften.“ Einen Spieltag vor Ende der Oberligasaison stehen damit die American Footballer der Pforzheim Wilddogs bereits als Meister und somit auch als Aufsteiger in die Regionalliga fest. Zwei Jahre nach einem sportlichen Tiefschlag ist es Headcoach Dominic Creek mit Unterstützung von Jens-Uwe Herrmann gelungen, aus der neugegründeten „Spassfraktion“ allen Kritikern zum Trotz eine solide Mannschaft zu formen, die mit Spass am Sport einen riesigen Erfolg einspielte. Die Regionalliga ist die dritthöchste Klasse in Deutschland und  beinhaltet die Landesverbände Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz/Saarland und Hessen. Doch bevor man sich dem Abenteuer Regionalliga stellt empfängt man am kommenden Samstag um 15 Uhr die Ravensburg Razorbacks zum Saisonabschluß mit Meisterfeier am Riebergle. Am 16. September folgt dann der 2.Goldtownbowl mit Football über den ganzen Tag.
 
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